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Monday 23rd of October 2017
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Die Heirat von Imam Ali (a.s) und Fatima (a.s)

Als Fatima Zahra (ع) neun Jahre alt wurde, war sie eine ausgewachsene Frau, welche eine intellektuelle Reife mit Anstand und Benehmen genießte. Allah beschmückte sie mit einer großartigen Mentalität und Klugheit, zusammen mit Schönheit und Erlesenheit. Ihre Talente waren zahlreich und ihre geerbten und erworbenen edlen Charaktereigenschaft übertreffen jene von anderen Frauen und Männern.

Fatimas religiöses Empfinden und literarisches Wissen waren unbegrenzt. Man wird zum Ergebnis kommen, dass sie die wissendste und ehrenhafteste Frau in der Welt war. Tatsächlich bezeugt die Geschichte keine andere Frau, welche solch ein hohes Level an Bildung, Wissen und soziale Gunst wie Fatima es erreichte.

Aus diesem Grund ist es nicht merkwürdig, dass berühmte Gefährten des Propheten (ص) um ihre Hand anhielten, aber er (ص) lehnte ihre Anträge ab, indem er sagte: „Ihre Angelegenheit ist ihrem Herrn überlassen, wann immer Er will, wird sie heiraten.“

Shu’aib Ibn Saab al-Misri sagte folgendes in Ar-Rawd al-Faeq: „Die Häupter der Muhajirin und Ansar hielten um ihre Hand an, aber der Prophet (ص) lehnte sie ab und sagte: „Ich warte auf Allahs Anordnung in dieser Angelegenheit.“

Die abgelehnten Heiratsanträge von Abu Bakr und Umar

Abu Bakr und Umar waren unter jenen, die um die Hand von Fatima (ع) anhielten, aber der Prophet (ص) lehnte sie ebenfalls ab. AbdurRahman Ibn Awf hielt ebenso um ihre Hand an, aber der Prophet (ص) ignorierte ihn.

Ali Ibn Muragi berichtet in seinem Buch Kanz al-Umal Band 2 Seite 99, dass Anas Ibn Malik sagte: „Abu Bakr kam um den Propheten (ص) zu sehen. Nach dem er sich setzte, sagte er: „O Gesandter Allahs, du weißt sicherlich über meine Hingabe und den langen Dienst, den ich dem Islam erweise..“ Der Prophet (ص) sagte daraufhin: „Was ist es, was du willst?“ Abu Bakr sagte dann: „Ich möchte, dass du mir Fatima zur Ehe gibst.“ Als der Prophet (ص) das hörte, schwieg er und sagte nichts, so dass Abu Bakr zu Umar zurückkehrte und sagte: „Ich habe mich selbst und andere ruiniert!“

Umar fragte: „Was ist passiert?“ Abu Bakr antwortete: „Ich hielt um Fatimas Hand an beim Propheten, aber er ignorierte mich.“ Umar sagte: „Warte du hier, und ich werde zum Propheten gehen und ihn um die gleiche Sache bitten, wie du.“

Umar ging zum Propheten und nachdem er sich setzte sagte er: „O Gesandter Allahs, du weißt sicherlich über meine Hingabe und den langen Dienst, den ich dem Islam erweise..“ Der Prophet (ص) fragte: „Was ist es, das du willst?“ Umar antwortete: „Ich möchte, dass du mir Fatima zur Ehe gibst.“ Aber der Prophet (ص) ignorierte ihn ebenfalls. Umar kehrte zurück zu Abu Bakr und sagte: „Er wartet auf Allah’s Anordnung in dieser Angelegenheit.“

Al-Haithami berichtet ebenfalls in seinem Buch Majma Az-Zawa’ed, dass Abu Bakr und Umar ihre Töchter zum Propheten (ص) sandten, um darum zu bitten, Fatima (ع) mit ihnen zu verehelichen; aber als die Töchter erwähnten, weshalb sie kamen, sagte der Prophet (ص): „Nein! Nicht, solange mir Allahs Befehl in dieser Hinsicht nicht offenbart wurde.“

Wahrscheinlich vermied der Prophet (ص) es Abu Bakr und Umar offen zu sagen, dass er auf den geeigneten Mann für Fatima (ع) wartet, um ihnen nicht offen zu sagen, dass sie nicht geeignet für sie waren, und dass seine Tochter über ihre Stellung ist.

Imam Ali (ع) stand im Haus von Saad ibn Ma’adh bis er nach Medina einwaderte. Eines Tages, während Imam Ali (ع) in einem der Gärten Madinas war, kam Saad zu ihm und sagte: „Was hindert dich daran um Fatimas Hand anzuhalten, als ihr Cousin?“ Es wird ebenfals in Kanz al-Umal berichtet, dass Umar zu Imam Ali (ع) kam und sagte: „Was hindert dich daran Fatima zu heiraten?“ Imam Ali (ع) antwortete: „Ich befürchte, dass der Prophet (ص) sie mir nicht zur Ehe geben wird.“ Umar sagte: „Wenn er sie nicht dir zur Heirat gibt, wen soll sie dann heiraten? Du bist derjenige, der Allah am nähesten steht von Allahs Geschöpfen…“

Tatsächlich hat Imam Ali (ع) seinen Wunsch Fatima (ع) zu heiraten aus zwei Gründen nie erwähnt: zum einen aufgrund seiner Schüchternheit, dass vor dem Propheten (ص) zu machen und zum anderen aufgrund seiner schwierigen wirtschaftlichen Lage. Imam Ali (ع) besaß nichts von den Gütern dieser Welt, nicht mal ein Haus oder ein Stück Land! So wie sollte er verheiratet werden? Und wo würde er mit seiner Frau leben? Vor allem, da Fatima (ع) nicht die Art Frau ist, die man vernachlässigen oder herabblicken kann.

Imam Ali’s Heiratsantrag

Schließlich sprach Imam Ali (ع) den Propheten (ص) an, und hielt um die Hand von Fatima an. Der Prophet (ص), der absolute Führerschaft über alle Muslime hat, einschließlich seiner Tochter, würde niemals sein Einverständnis zur Heirat ohne Fatimas Erlaubnis geben. Der Prophet (ص) antwortete dann Imam Ali (ع): „Ah, viele haben vor dir um ihre Hand angehalten, und sie hat sie (alle) abgelehnt, ihre Ablehnung sie zu heiraten, war klar in ihrem Gesicht zu sehen. Nun warte, bis ich dir (ihre) Antwort bringe.“

Der Prophet (ص) verließ Imam Ali und informierte seine Tochter darüber, dass Imam Ali (ع) sie gerne heiraten möchte. Fatima (ع) musste nicht über Imam Alis Arbeit, Alter und andere Dinge fragen, denn sie war wissend über seine Eigenschaften, seinen exzellenten Charakter und sein Dienen des Islams. Aus diesem Grund sagte der Prophet lediglich zu ihr: „Fatima, du kennst Ali ibn Abi Talibs Verhältnis zu uns, seine Hingabe und seinen Glauben. Ich bat Allah darum den besten und beliebtesten seiner Geschöpfe mit dir zu verheiraten und Ali hat seinen Wunsch dich zu heiraten geäußert, was sagst du dazu?“

Fatima (ع) antwortete nicht, noch zeigte sie ein Anzeichen der Ablehnung, so dass er aufstand und sagte: „Allahu Akbar! Allah ist größer! Ihr Schweigen ist ein Einverständnis.“ Der Prophet (ص) betrachtete Fatima’s Schweigen als ein Zeichen des Einverständnisses, denn ein schüchternes, unberührtes Mädchen verkündet ihr Einverständnis nicht so offen. Ja, Ablehnung kann offen gezeigt werden, aber Schüchternheit hindert ein Mädchen daran, ihren Wunsch offen zu äußern einen Mann zu heiraten.

Der Prophet (ص) ging zurück zum wartenden Imam Ali und informierte ihn über Fatimas Einverständnis. Er fragte ihn ebenso über seine Bereitschaft die notwendigen Erfordernisse für die Heirat zu erfüllen, denn es ist nötig, dass es eine Brautgabe gibt. Der Prophet (ص) sagte zu Imam Ali (ع): „Besitzt du irgendwas, dass du Fatima als Brautgabe geben kannst?“ Imam Ali (ع) antwortete: „Mögen meine Eltern für dich geopfert werden, bei Allah es gibt keine meiner Angelegenheiten die vor dir verborgen sind, ich besitze ein Schwert, ein Kettenhemd und ein Kamel, dass ich für die Bewässerung benutze.“ Der Prophet hörte Imam Ali (ع) zu und sagte: „O Ali, du kannst nicht ohne dein Schwert, denn du musst dich selbst damit vor den Feinden Allahs beschützen. Was dein Kamel betrifft, so brauchst du es zur Bewässerung der Palmen und Unterstützung deiner Familie, und du brauchst es, um damit reisen zu können. Aber ich akzeptiere dein Kettenhemd als Brautgabe, so verkaufe es und bringe mir das Geld.“

Der Fürst der Gläubigen (ع) verkaufte sein Schild für 480 oder 500 Dirham und brachte dem Propheten (ص) das Geld. Beide waren mit dem Geld einverstanden. Der Prophet (ص) gab seine Tochter für solch eine niedrige Brautgabe zur Ehe, um den jungen Muslimas zu zeigen, dass sie sich nicht von der Ehe enthalten sollten, nur aufgrund einer niedrigen Brautgabe. Allah (swt) gab ihm (Imam Ali) Fatima zur Ehe, bevor der Prophet (ص) das tat. Das ist nicht unnormal, denn Allah gab viel niedrigeren Frauen als Fatima, dem Propheten zur Ehe, wie z.B. Zainab bin Jahsh, wie es im Quran in der Sure 33 Vers 50 heißt.

Das Ehe Gelöbnis

„Ali! Eile dich gehe zur Moschee. Ich werde nachkommen, damit dort in Anwesenheit der Muslime euer Ehegelöbnis stattfinden kann.“ Ali (ع) erhob sich und eilte zur Moschee. Unterwegs begegnete ihm Umar und Abu Bakr, die er über die frohe Botschaft in Kenntnis setzte. Auch der Prophet erreichte inzwischen freudig bewegt die Moschee. Er wies Bilal an: „Rufe die Muhajiran und Ansar zur Moschee!“

Als sich kurz darauf die Muslime eingefunden hatten, bestieg er die Minbar. Er lobte und pries Gott und sprach: „Leute! Wisset, dass Gabriel zu mir herniederkam und mir die Botschaft von Gott überbrachte, das in der himmlischen Welt die Vermählungszeremonie zur Eheschließung zwischen Ali und Fatima vollzogen wurde. Er wies mich an diese Zeremonie auf Erden ebenfalls zu vollziehen und euch dazu als Trauzeugen einzuladen.

Nach diesen Worten setzte sich der Prophet zu den Muslimen und gebot Ali (ع).: „Stehe nun auf und sprich das Ehegelöbnis!“ Ali (ع) erhob sich und sprach: „Ich danke und preise Gott für all das Gute, dass Er mir gewährt und bezeuge, dass es außer ihm keine Gottheit gibt! Leute! Gott hält es für geziemend, dass wir heiraten und fordert uns dazu auf. Gott bestimmte, dass Fatima und ich einander heiraten. Der Gesandte Gottes hat Fatima mit mir vermählt und mein Kettenhemd als Morgengabe für sie akzeptiert. Fragt ihn und seid Zeuge!“

Die Muslime fragten: „Oh Gesandter Gottes! Hast du Fatima mit Ali vermählt?“ Der Prophet antwortete: „Ja, Leute!“ Daraufhin erhoben sich alle zum Dua und sprachen: „Gott segne eure Ehe und schenke euch Freundschaft und Liebe füreinander!“

Anschließend, nach dieser Vermählungszeremonie kehrte der Prophet heim. Er wies die Frauen an ein Freudenfest vorzubereiten. Das Ehegelöbnis fand am ersten oder sechsten Tag des Monats Dhul Hijjah, im Jahre zwei oder drei nach der Hijra statt.

Fatima’s (ع) Brautgabe

Der Prophet (ص) wies Ali (ع) an das Kettenhemd zu verkaufen, um mit dem Erlös die Brautgabe für Fatima (ع) beschaffen zu können. In den Überlieferungen werden als Verkaufspreis die Beträge 400, 480 und 500 Dirham genannt. Ali ibn abi Talib (ع) überreichte dem Propheten den Erlös. Dieser rief Abu Bakr, Salman al-Farsi und Bilal zu sich, händigte ihnen einen Teil des Geldes und beauftragte sie damit die notwendigsten Haushaltsgegenstände für Fatima (ع) zu kaufen. Ein wenig Geld gab er Asma mit der Bitte Duftwasser für seine Tochter zu besorgen. Den Rest des Erlöses vertraute er Umm Salamah an.

Abu Bakr berichtete: Als ich das Geld, das mir der Prophet gegeben hatte zählte, sah ich das es genau 63 Dirham waren, womit ich folgende Dinge beschaffte:

    Ein weißes Kleid
    Ein großes Kopftuch
    Ein schwarzes Kheibar Handtuch
    Eine Matte, geflochten aus Dattelpalmrinde
    Zwei Matratzen, eine mit Schafswolle gefüllt, die andere mit Dattelpalmenfasern
    Vier Ziegenfellkissen, gefüllt mit Adhar kraut
    Eine Bastmatte
    Eine Handmühle
    Eine Messingschale
    Einen Lederbeutel, um Wasser damit zu befördern
    Eine Schüssel, um Wäsche darin zu waschen
    Eine Milchschale
    Ein Gefäß, um aus ihm Wasser zu trinken
    Einen wollenen Vorhang
    Eine Wasserkanne, um sich nach erfolgter Toilettenbenutzung damit abzuspülen
    Einen einfachen Krug aus ungebranntem Ton
    Einen Aba

Als dem Propheten die Brautgabe Fatimas gebracht wurde, traten ihm Tränen in die Augen, während er sie betrachtete. Er sprach zum Himmel empor: „Oh Gott! Segne ihre Ehe, deren Hausstand überwiegend aus einfachem, ungebrannten Ton besteht.“

Er möchte Fatima, seine Braut zu sich holen

Imam Ali (ع) berichtete: Etwa einen Monat lang genierte ich mich mit dem Propheten über Fatima (ع) zu sprechen. Er aber erwähnte bisweilen, wenn wir alleine waren: „Na, Ali bist du zufrieden? Ich habe dich mit der besten der Frauen vermählt.“

Eines Tages kam mein Bruder Aqil zu mir und sagte: „Bruder, ich freue mich über deine Heirat. Warum aber sagst du dem Propheten nicht, dass du Fatima nun zu dir holen möchtest?“ Ich antwortete: „Sehr gern würde ich das tun, aber ich schäme mich, mit dem Propheten darüber zu sprechen.“ Aqil entgegnete: „Bei Gott! Komm, wir wollen auf der Stelle zu ihm gehen.“

So gingen Ali (ع). und Aqil zum Hause des Propheten (ص). Unterwegs begegnete ihnen Ummu Ayman. Sie teilten ihr ihr Vorhaben mit. Ummu Ayman sprach: „Lasst mich mit dem Propheten reden, da in solchen Angelegenheiten die Worte einer Frau wirksamer sind.“ Alle, Ummu Ayman und die anderen Frauen erfuhren davon und machten sich auf den Weg zum Hause des Propheten. Sie sagten: „Oh Gesandter Gottes! Wir kommen in einer Angelegenheit, die wenn Khadija, noch unter uns wäre, sie sehr erfreuen würde.“

Als sie den Namen Khadijas nannten, wurden seine Augen feucht. Er sprach: „Khadija, oh Khadija! Wo wäre jemand wie Khadija zu finden?! Als mich die Leute mieden und alles dementierten, was ich sagte unterstützte und ermutigte sie mich. Sie gab ihren gesamten Besitz auf dem Wege Gottes hin, zur Verbreitung seiner Religion. Khadija war jene Frau, über die Gott sagt und mir gebot ihr das auszurichten – dass er ihr im Paradies ein Schloss aus Smaragden habe errichten lassen.“

Ummu Salamah bestätigte: „Ja, dass was du über Khadija sagst ist wahr. Gott möge uns an ihrer Seite zu sich rufen. Doch oh Gesandter Gottes, Ali (ع). möchte seine Frau zu sich holen.“ Der Prophet (ص) sagte: „Warum spricht er dann selbst nicht darüber?“ Sie antwortete: „Er schämt sich.“ Daraufhin sagte der Prophet: „Bringt Ali zu mir!“

Als Imam Ali (ع) zu ihm trat sprach der Prophet (ص): „Oh Ali, möchtest du deine Frau zu dir holen?“ Imam Ali (ع) sagte: „Ja gern!“ So sagte der Prophet (ص): „Gotte möge seinen Segen dazu geben. Heute oder morgen Abend werde ich alles zu eurer Hochzeit vorbereiten.“ Die Frauen wies er an: „Schmückt Fatima zu ihrer Hochzeit, besprüht sie mit Duftwasser und richtet einen Raum her, in dem die Hochzeit stattfinden kann.“

Hochzeitsmahl

Der Prophet (ص) sagte zu Imam Ali (ع), dass zu einer Hochzeit ein Gastmahl gehöre. Saad, der die Worte des Gesandten hörte meinte: „Ich werde zur Hochzeit ein Schaf schlachten lassen.“ Auch die anderen Freunde des Propheten gaben zu dem Gastmahl, was ihnen erschwinglich war. Hadrat Mohammed (ص) sagte zu Bilal: „Bring das Schaf her.“ Dann zu Ali: „Schlachte es!“

Daraufhin gab er ihm 110 Drachmin und sprach: „Kaufe damit Bratöl, Datteln, Kaschk!“ Alles wurde beschafft, auch Brot. Mohammed (ص) wies Ali (ع) an: „Lade nun zu eurem Gastmahl ein, wen du möchtest.“

Ali ibn Abi Talib (ع) lud viele der Muslime zu dem Hochzeitsessen, das aus Fleisch, Brot, Datteln und Kaschk bestand, ein. Da viele Gäste kamen, doch nicht alle gemeinsam im Haus bewirtet werden konnten, setzten sie sich gruppenweise jeweils zehn Personen, um das Esstuch herum und aßen. Der Prophet (ص) bewirtete sie persönlich. Zu den Hochzeitsgästen gehörten Hamzah und Abbas, die Onkel Hadrat Muhammad (ص) und Alis (ع). Wie auch der Bruder Imam Alis (ع) Aqil.

Nun, auf diese Art und Weise, das heißt, indem sie gruppenweise bewirtet wurden, konnten viele Gäste gesättigt werden. Dann, nachdem alle gespeist hatten, lies der Prophet das übriggebliebene zu den Häusern der Bedürftigen tragen. Auch für Ali (ع) und Fatima (ع) stellte er ein Gericht beiseite.

Hin zum Hochzeitsgemach

Die Frauen schmückten Fatima (ع) und besprühten sie mit Duftwasser. Daraufhin rief der Prophet (ص) Ali (ع) zu sich und ließ ihn zu seiner rechten, Fatima zu seiner linken niedersitzen. Er drückte beide an sich und küsste ihre Stirn. Dann nahm er die Hand der jungen Braut und legte sie in die Hand des Bräutigams. Zu Ali (ع) sprach er: Fatima ist eine gute Gattin! Und zu Fatima: Ali ist ein guter Gatte!

Nun wandte er sich an die Frauen und gebot: „Begleitet das Brautpaar zum Hochzeitsgemach und lasst Freude und Frohsinn dabei walten. Doch tut oder sagt nichts, was Gott missfällt.“

Die Frauen begleiteten Fatima und Ali (ع) jubelnd zum Hochzeitsgemach. Der Prophet folgte ihnen. Als er den Raum betreten hatte, ließ er eine Schale Wasser bringen. Er betröpfelte Fatima mit ein wenig Wasser und gebot ihr, mit dem übrigen Wudhu zu vollziehen und den Mund auszuspülen. Danach ließ er eine weitere Schale Wasser bringen, betröpfelte Ali damit und wies auch ihn an Wudhu zu machen und den Mund auszuspülen. Als das geschehen war, küsste er beide, hob die Hand zum Dua empor und sprach: „Oh Gott! Segne diese Heirat und lass eine gute reine Nachkommenschaft aus diesem jungen Brautpaar hervorgehen.“

Er wollte den Raum verlassen, doch Fatima hielt ihn an seinem Gewand zurück und begann zu weinen. Er sprach: „Mein Kind! Ich habe dich mit dem besten, gebildesten und gütigsten Mann vermählt.“ Mit diesen Worten schritt er auf die Tür des Gemachs zu, erfasste mit beiden Händen den Rahman und sagte: „Gott möge euch und eure Nachkommen rein und edel erhalten. Ich bin Freund eurer Freunde und Feind eurer Feinde. Nun aber verabschiede ich mich von euch und vertraue euch Gott an!“

Er ging, schloss die Tür hinter sich zu und sprach zu den Frauen: „Geht nun in eure Häuser, niemand soll das Brautpaar stören.“ Sie entfernten sich. Als auch der Prophet gehen wollte sah er, dass eine der Frauen geblieben war. Er fragte: „Wer bist du? Hast du nicht gehört, dass ich sagte, alle haben nun fortzugehen?“

Sie sagte: „Ich bin Asma. Ihr sagtet verlasst nun dieses Haus! Mich aber betrifft diese Anordnung nicht, denn ich stand Khadija, als sie starb bei. Als ich sah, dass sie weinte fragte ich: „Warum weinst du Khadija? Du, die doch die beste aller Frauen bist und die Gattin des Propheten? Obwohl dir doch das Paradies verheißen ward?“ Khadija antwortete: „Ich weine, weil ich weiß, dass ein jedes Mädchen in der Hochzeitsnacht einer Frau bedarf, der es sich anvertrauen kann und die ihm behilflich ist, wenn es etwas benötigt. Ich scheide nun aus dieser Welt, aber ich bin besorgt, dass Fatima in der Hochzeitsnacht keine Vertraute im Hause hat.“ Ich antwortete ihr: „Wenn ich an jenem Abend noch leben sollte, so werde ich, das verspreche ich dir, in ihrer Nähe bleiben und wie eine Mutter für sie sorgen.“

Als der Prophet den Namen „Khadija“ hörte, traten ihm unwillkürlich Tränen in die Augen. Er sprach: „Oh Asma, bist du deswegen geblieben?“ Sie sagte: „Ja!“ So sagte der Prophet (ص): „So handle gemäß deinem Versprechen.“

___________________
Aus dem Buch „Fatimah Zahra (ع)“ von Ibrahim Amini

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