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Tuesday 17th of January 2017
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Zum Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt

Ich bin fassungslos und bestürzt angesichts der Ereignisse des 19.12.2016 in Berlin. Ein mutmaßlicher terroristischer Anschlag hat zwölf Menschen das Leben gekostet und 45 weitere verletzt.Als Bewohner dieser Stadt, Bürger des Landes, als Mensch und nicht zuletzt als Muslim bin ich tief getroffen von der Unmenschlichkeit des Angriffs.

Ich bin getroffen von der sinn- wie erbarmungslosen Tötungswut. Dieser Anschlag ist ein Anschlag auf uns alle, auf die Menschlichkeit.

Der Krieg scheint uns näher gerückt. Wir erleben die Trauer, die für die Menschen in den Krisenregionen dieser Welt zum bitteren Alltag geworden ist. Ob in Syrien, im Irak, im Jemen oder in Somalia. Die Einwohner dieser Länder haben sich diesen Gräueln tagtäglich zu stellen.

Umso wichtiger ist es nun, zusammenzustehen und der Unmenschlichkeit gemeinsam die Stirn zu bieten. Deutschland hat sich viel zu lange deutlich zu indifferent gegenüber dem Elend dieser Welt gezeigt. Wir müssen uns solidarisch zeigen, wenn beispielsweise Saudi-Arabien täglich den schlimmsten Terror im Jemen verbreitet oder in Nigeria ganze Dörfer von wahhabitischen Milizen ausgelöscht werden. Alleine haben wir keine Chance gegen die Leute, denen es nur darauf ankommt, Hass, Terror und Mord auf dieser Erde zu säen. Doch wenn wir zusammenstehen, wird der Hass sein Ziel verfehlen. Diesen Personen kommt es darauf an, die Gesellschaft und die Menschheit zu spalten. Wir sollten dabei nicht mitmachen, sondern das Gegenteil kultivieren: nach jedem Angriff noch stärker zusammenstehen und uns nicht auseinandertreiben lassen.

Damit komme ich darauf zu sprechen, wie wir Muslime auf diese Angriffe zu reagieren haben. Sollten wir uns verstecken und möglichst unsichtbar für die Gesellschaft werden? Das wäre genau der falsche Weg. Wir müssen dieser lebensfeindlichen Barbarei unsere Religion der Menschlichkeit und der Achtung vor dem Leben entgegenstellen. Wir dürfen ihnen nicht die Deutungshoheit über unsere Religion überlassen. Wir dürfen dem Hass nicht durch Untätigkeit indirekt zum Sieg verhelfen. Das gleiche gilt auch für diejenigen, die den Anschlag jetzt politisieren werden, indem sie gegen den Islam Stimmung machen und versuchen, eine ganze Religionsgemeinschaft zu diffamieren. Gerade in Zeiten wie diesen müssen wir Muslime mit aller Deutlichkeit die edlen Prinzipien unserer Religion, die keinerlei Platz für Unmenschlichkeit und Barbarei lassen, hochhalten und den Menschenfeinden entgegentreten. Wir müssen unser Möglichstes dafür tun, Krieg und Terror und die Zustände, die dazu führen, hier in Deutschland und auf der ganzen Welt zu bekämpfen und stattdessen eine solidarische Gemeinschaft aufzubauen. Eine Gemeinschaft, die sich um ihre Mitglieder kümmert und sie nicht ihrem elendigen Schicksal überlässt. Eine Gemeinschaft, die über Landesgrenzen und Kontinente hinweggeht. Eine Gemeinschaft, die nicht erst trauert, wenn ein Angriff unmittelbar vor der eigenen Tür stattfindet. Eine Gemeinschaft, die sich dem Unrecht entschieden und kompromisslos entgegenstellt.

Möge Gott uns dabei helfen und möge Er den Angehörigen der Opfer allen Krieg und Terrors auf dieser Welt beistehen und ihnen Trost und Kraft schenken.

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